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Eine Wohltat für die Hundenase – Fährtenlesen aus Sicht des Hundes


Hallo Freunde!

Ich möchte euch mit diesem Beitrag eines meiner liebsten Hobbys vorstellen, das Fährtenlesen:
Ein ganz gewöhnlicher Spaziergang, du schnüffelst hier, du schaust nach da; kurz mit Ina und Toby über die große Wiese gewetzt um dann leicht geknickt hinter Mutsch herzutippeln, weil sie schon wieder weiterläuft… Was denn nun schon wieder… du wirst mit „hier“ gerufen und weißt, was du zu tun hast. Vor Frauchen sitzend wirst du angeleint. Die Leine wandert aus ihren Händen, plötzlich bin ich mit einem Baum verbunden. Ein leichter Anflug von Panik überkommt mich, was ist jetzt meine Aufgabe? Was soll ich tun? Hilfe, ich will nichts falsch machen! „Platz“! Erleichtert lasse ich mich auf den Boden fallen. „Bleib“! Das ist es also. Kritisch beobachte ich das weitere Geschehen. Mutti sammelt Stöcke – Klasse, gleich wirft sie die bestimmt. Sie hüpft mit einem Stock in der Hand einen gewaltigen Sprung nach vorne, der Stock wird jetzt in den Boden gesteckt. Nervös rutsche ich auf meinem Hinterteil hin und her… ich soll platz machen, nur dass hat sie gesagt… meine Blicke konzentrieren sich ausschließlich auf sie, was hat sie vor? Sie tippelt mit winzigen Schritten über die Wiese, ab und zu lässt sie etwas fallen. Ich kann nicht erkennen was es ist. Sie läuft ein Viereck, bis sie wieder bei dem Stöckchen ankommt. Es entspricht etwa 3-Coralängen in jede Richtung. Frauchen hüpft nun noch einen großen Sprung, diesmal in meine Richtung, sie kommt auf mich zu, mein Herz klopf, ich darf noch nicht aufstehen. Es hieß „Bleib“, dass darf ich nicht vergessen. Sie löst die Leine vom Baum und wir gehen weg! JA, wir gehen einfach weg… Ich MUSS doch aber gucken, was sie dort gemacht hat, wieso quält sie mich denn so? Nach einem unendlich langen Spaziergang (es waren glaube ich 15 Menschenminuten), gingen wir zurück. Ich bekam mein Geschirr umgelegt und dann ging es los. Ich stürmte los um zu schauen, was sie da vorhin getrieben hat. Wiese… ich rieche Wiese… plötzlich lag der Geruch von Tod in der Luft, hier sind kürzlich viele Bakterien und Mikroben verunglückt… irgend etwas hat sie zertreten, gleichzeitig riecht es stark nach Mutti, Erde und gärenden Grasfasern… Oh was war das? Mist, schon gefressen. Zurück an diese Stelle… da ist nur noch der lockende Duft eines viel zu schnell verschlungenen Leckerchens. Aber da… weiter vorne rieche ich doch noch so etwas… ja, da war wieder eins. Und hier auch… wenn ich meine Kreise größer ziehe, dann entgeht mir sicher keines dieser Geschenke… ich verlasse den Tatort und rieche wieder Wiese… nur Wiese. Mein Nase klopft, ich nehme so viele Gerüche wie nur möglich auf und versuche sie einzuordnen und zu verarbeiten. Das mache ich alles selbstständig, Mutti ist sehr passiv und lässt mich in Ruhe alles auswerten. Hier riecht es nach allem, aber nicht nach meinen Leckerchen, mein Adrenalinspiegel steigt kontinuierlich an. Ich ziehe meinen Kreis wieder enger… ja, da ist es wieder! In der Duftglocke aus Tod, Mutti und Wiese dringt dieser zarte Geruch in meine Nase. Ich kombiniere! Meine Nase wird nochmal lauter, ich finde nun ganz automatisch einen Brocken nach dem nächsten. Jetzt kommt Frauchen ins Spiel, sie zieht mich an der Leine weg! SCHLUSS… aus heiterem Himmel. Und das obwohl ich sicher war, dass noch einige Happen zu finden waren. Ich blicke traurig zurück, werde aber durch ganz viel Lob abgelenkt, ich schaue an Mutti hoch, sie strahlt mich an… ich strahle zurück. Leute, das hat sich gelohnt! Mein Adrenalinspiegel erreicht allmählich wieder den Normalstand, wir laufen nach Hause.

Danke fürs Zuhören

Eure Cora

Cora an der Parthe

 
 


 
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